„Zeichen der Liebe Gottes setzen“

Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) hat seine Mitglieder angesichts der jüngsten Anschläge in Deutschland und Frankreich zu Gebet und Besonnenheit aufgerufen. Im wöchentlichen Newsletter der Freikirche an die 800 Gemeinden wandten sich BEFG-Präsident Michael Noss und Generalsekretär Christoph Stiba klar gegen die politische Instrumentalisierung der Attentate.

Trotz der unterschiedlichen Motive hätten die Bluttaten von Nizza, München, Würzburg, Ansbach, Reutlingen, Berlin und Rouen eines gemeinsam: „Sie verunsichern zutiefst.“ Noss zeigte sich angesichts der möglichen Folgen der Anschläge für das gesellschaftliche Klima in Deutschland besorgt. Nicht nur instrumentalisierten Rechtspopulisten in ganz Europa die Anschläge, um ihre These vom Scheitern der Migrations- und Flüchtlingspolitik zu untermauern. Auch in der breiten Gesellschaft werde die Debatte aufgeregter und das Klima aggressiver, so seine Befürchtung. Zwar seien „vier der Taten in Deutschland von Menschen mit Migrationshintergrund verübt“ worden, und bei zwei Taten habe es sich um islamistisch motivierte Anschläge gehandelt, so Noss. Doch es sei wichtig, besonnen zu reagieren, statt voreilige Schlüsse zu ziehen: „Diese Taten machen noch längst nicht jeden Migranten zum potenziellen Attentäter, wie ein deutscher Krimineller auch nicht gleich alle Deutschen zu Kriminellen macht.“ Man dürfe nun nicht Millionen friedliebender Migranten und hunderttausende vor dem Terror fliehende Flüchtlinge mit diesen „Wahnsinnstaten“ über einen Kamm scheren: „Wir wollen daran festhalten, Flüchtende in unseren Gemeinden aufzunehmen. Auf menschenzugewandte, freundliche Weise wollen wir über scheinbar Trennendes hinweg Zeichen der Liebe Gottes zu uns Menschen setzen.“

Im selben Newsletter rief BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba die Gemeinden zum Gebet auf: „Unser Reden mit Gott bewirkt so viel mehr, als wir uns vorstellen können.“ Stiba hob hervor, dass die Hoffnung, die im Gebet zum Ausdruck komme und noch gestärkt werde, auch im Umfeld der Christen etwas verändern könne: „Wir dürfen die Zuversicht, die in uns lebt, an andere weitergeben und ihnen damit Mut machen.“ Christoph Stiba mahnte, angesichts der Vorfälle „vor unserer Haustür“ nicht die globale Dimension des Terrors zu vergessen: „In manchen Regionen der Welt sind Krieg und Terror an der Tagesordnung.“ Auch hier seien die Christen zum Gebet aufgefordert.