Gebetsaufruf für Afghanistan

Die Nachricht, dass die radikal-islamische Taliban innerhalb kurzer Zeit die Macht in einem großen Teil Afghanistans einschließlich der Hauptstadt Kabul übernommen haben, sorgt weltweit für Entsetzen. Die Erinnerung an die letzte Schreckensherrschaft der Taliban löst in weiten Teilen der Bevölkerung Panik aus. Die verheerende Lage ist Anlass für Gebet für das ganze Land und auch für die zahlreichen afghanischen Christinnen und Christen, die in Gemeinden des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) eine geistliche Heimat gefunden haben.

Einer von ihnen ist Qorban Sultani aus Mettmann, der gerade das Pastorale Integrations- und Ausbildungs-Programm (PIAP) des BEFG absolviert hat und vor der Vermittlung in den Gemeindedienst steht. Er ist in großer Sorge, dass die Menschen seiner Volksgruppe, die schon Ende der 1990er-Jahre verfolgten Hazara, „unter Druck gesetzt und getötet werden, auch, weil sie an Bildung und Demokratie glauben.“ Man werde auch anderen Volksgruppen, die in der Minderheit sind, ihre Rechte nehmen, so Sultani. „Meine Familie und die Menschen, die ich kenne, haben Angst vor der Zukunft, ob und wie sie überleben werden.“

Qorban Sultani bittet um Gebet: für die Menschen in Afghanistan, „die ihre Heimat, ihren Besitz und liebe Menschen verloren haben; für die Christen, dass sie unter dem Druck ihren Glauben behalten; dass die Menschen die Liebe Jesu kennenlernen, damit sie mit sich, mit Gott und anderen Menschen Frieden haben.“ Über das Gebet für „Frieden in Afghanistan und Gottes Erbarmen für das Land“ hinaus bittet er darum, auch an die afghanischen Christinnen und Christen in Deutschland zu denken, von denen viele in BEFG-Gemeinden gehen: „dass wir uns auf Gott verlassen und nicht selber die ganze Sorge tragen, dass wir durch die Last nicht in Depression geraten und auch, dass die afghanischen Christen allen – unabhängig von ihrer Herkunft – mit Respekt und Akzeptanz begegnen.“

In seinem wöchentlichen Newsletter Bund kompakt hat der BEFG seine Gemeinden aufgerufen, in ihren Gottesdiensten in dieses Gebet einzustimmen: „Wir wollen an alle Menschen denken, die nun in Gefahr sind – manche davon auch, weil sie deutsche und andere westliche Kräfte unterstützt haben und nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht wurden.“