Einsatz für Flüchtlinge aus Afghanistan

20 neue Mitglieder hat die Baptistengemeinde Bamberg dazugewonnen, seit sie 2014 mit ihrer Flüchtlingsarbeit begonnen hat. Kontakt haben die Mitglieder der Gemeinde zu weit mehr Geflüchteten. Für Menschen, die aus Afghanistan nach Deutschland gekommen sind, hat die Gemeinde jetzt eine besondere Postkartenaktion ins Leben gerufen.

Mit einem „Café Basar“ fing alles an. Bei der Frage, was man für die vielen neuen Menschen in der Stadt tun könne, kam die Gemeinde Bamberg auf die Idee, im Foyer der Gemeinde einen großen Basar mit Materialspenden aufzubauen. Dieser findet seitdem ungefähr einmal im Monat statt, Tee und Kuchen werden angeboten, es liegen Bibeln und andere Lektüre aus. Das Angebot wurde rege angenommen. Zwischen Alteingesessenen und Neuhinzugekommenen entstanden gute Kontakte.

Ein Deutschkurs, der innerhalb kürzester Zeit ausgebucht war, Bibelstunden auf Farsi und die Übersetzung des sonntäglichen Gottesdienstes waren weitere Angebote, die die Gemeinde daraufhin machte. Sie fanden von Anfang an großen Anklang. Iraner und Afghanen ließen sich taufen.

Dann erfuhr Ursula Schwarz, Älteste der Gemeinde, von den Abschiebeplänen der Bundesregierung für afghanische Flüchtlinge. „In der Gemeindeleitung waren wir uns schnell einig“, sagt sie: „Wir können nicht nur taufen, es ist wichtig, dass wir auch nach außen für die Menschen eintreten, von deren Schicksal wir inzwischen so viel wissen. Die Lebenssituation, aus der allein unsere afghanischen Geschwister zu uns gekommen sind, ist so verheerend, dass wir uns im Klaren darüber sind: Afghanistan ist kein sicheres Herkunftsland.“ Die Gemeinde holte weitere Informationen ein – vom Flüchtlingsrat, vom Auswärtigen Amt und von der Organisation „Open Doors“ und fand sich in ihrer Annahme bestätigt.  „Deshalb haben wir eine Postkartenaktion entwickelt, die möglichst großflächig bekannt gemacht werden sollte, um beim Bundesinnenministerium Eindruck zu hinterlassen“, so Schwarz. Es gehe darum, in möglichst großem Rahmen für die Flüchtlinge einzutreten, damit diesen Menschen in Deutschland Asyl gewährt wird. Die Karten sind an den Bundesinnenminister voradressiert und enthalten die Forderung, die Abschiebung nach Afghanistan zu stoppen. Begründet wird die Forderung unter anderem mit der Gefahr von Terror, Verfolgung und Folter in Afghanistan. 5000 Karten wurden mittlerweile in Umlauf gebracht. Wichtig sei es der Gemeinde gewesen, erklärt Ursula Schwarz, dass „der Text der Postkarte so formuliert ist, dass sich keiner mit einer Organisation identifizieren muss, sondern nur mit dem Anliegen.“ So habe auch ein in der Flüchtlingshilfe engagierter Verein, der keinen christlichen Hintergrund hat, bereits 1000 Postkarten bestellt. „Wir hoffen sehr, dass diese Aktion Gehör findet“, sagt Ursula Schwarz: „Deutschland soll für diese wirklich hilfsbedürftigen Flüchtlinge ein Ort des Schutzes und des Segens sein.“