Ein Wort für 2017?

Heute ist Tag 133. So ganz jung ist das neue Jahr nicht mehr. Vielleicht hat sich mittlerweile eine Überschrift für Ihr Jahr 2017 herauskristallisiert? Zum Beispiel: „Mein Abijahr“ oder „Mein Neuanfang“. Mein Titel für 2017 beschreibt kein Ziel, das ich erreichen will. Es beschreibt kein Vorhaben und keine Veränderung. Mein Titel ist ein einziges Wort. Es beschreibt was an Bedeutung immer mehr für mich zunimmt. Mein Wort 2017 ist ein Lebenselixier. Es macht mein Leben lebenswert. Es ist das Wort: Verbundenheit. Verbundenheit ist ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Vor wenigen Tagen hatte ich Geburtstag. Ich habe nicht eingeladen; habe keine Party ausgerichtet. Doch Anrufe, Sprachnachrichten, SMS, Mails, Facebookgrüße sowie vorbeigebrachte Blumen erreichten mich den ganzen Tag. Den Abend verbrachte ich mit meinem Lieblingsmenschen. Wertvollzeit. Klar kann man direkt einhaken und nach der Intensität der Beziehungen mit den vielen Gratulanten fragen. Doch ganz ehrlich: Ich habe mich sehr gefreut. Ich fühle mich dadurch mit vielen verbunden. Auch die meisten von meinen engsten Wertvollmenschen haben sich gemeldet. Verbundenheit nährt meine Seele. Verbundenheit lässt mich das Leben umarmen, denn sie bewirkt in mir Lebensfreude. Verbundenheit in Gemeinschaft und Beziehungen tut gut und ist oft Balsam für seelische Wunden. Sie kann zum Verbandszeug von seelischen Verletzungen werden.

Verbundenheit reicht über meine persönlichen Kontakte hinaus. Auch das ist grandios. Letzten Sonntag hat Frankreich gewählt. „Der Albtraum bleibt Europa erspart“, heißt es in einem Kommentar. Herzen mit den Farben der französischen Flagge werden gepostet. „Merci“, steht darauf. Ich fühle mich verbunden mit allen, die für Europa, für die EU sind. Verbundenheit reicht über meinen Mikrokosmos hinaus. Gerade verbrachte ich zwei Wochen in Sri Lanka. Für mich war es das erste Mal. Noch nie zuvor war ich in einem so stark buddhistisch geprägten Land. Wir wurden durch die heiligen Tempelanlagen wie durch Museen geführt. Als Christen inmitten von Buddhisten, die dort ganz intensiv ihren Glauben auslebten. Sie brachten dort ihre Bitten vor und ihre Opfergaben dar. Es wirkte anbetend, auch wenn sie es selbst so nicht nennen würden. Ich merkte, weil ich einen Glauben habe, konnte ich ihren sehr wertschätzen. Ich konnte rücksichtsvoller und behutsamer, als manch ein anderer Tourist, mir diese für sie heiligen Orte in diesem Moment teilen und habe verzichtet auf: „Hauptsache ich habe die besten Fotos.“ Auch hier genoss ich Verbundenheit. Ich fühlte mich mit ihnen trotz unterschiedlicher Religionen und Philosophien verbunden. Konnte wertschätzen, was ihnen heilig ist, weil es in meinem Leben auch Heiliges gibt.

In der Bibel entdecke ich wieviel Gott an Verbundenheit mit uns liegt. Nichts kann uns von seiner Liebe trennen, heißt es. Er sehnt sich nach uns. Sehnt sich nach Gemeinschaft und Beziehung mit uns: „Wie sehr habe ich mich danach gesehnt, dieses Passamahl mit euch zu feiern“, sagt Jesus zu seinen Wegbegleitern. Feiern heißt Gemeinschaft haben; heißt verbunden zu sein. Ich lese es so auch für mich und bin froh darüber, dass Gott Verbindung zu mir sucht und sich danach sehnt. Verbundenheit ist mein Wort 2017. Ich genieße und feiere, dass ich mich verbunden weiß. Es macht mich dankbar! Welches Wort steht für Sie über 2017?

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