Ankerplatz – das Wertvolltreffen in der Woche

(Dies ist der Text eines Artikels von Claudia Riff für den Gemeindebrief in Ahrensburg über die Ankerplatz-Aktionen mit unserer Pastorin, Lea Herbert.)

Ankerplatz – so nennt Lea Herbert die Abende die sie seit Ende April 2021 anbietet. Der Titel allein sagt  schon sehr viel aus.

Lea Herbert suchte während der Pandemie ein neues Format, wie sie Gemeindemitglieder und Christen aus der Nachbarschaft geistlich versorgen konnte. Da kam ihr die Idee ein Projekt zu starten, das zunächst nur über vier Abende stattfinden sollte. Der Rahmen: wöchentlich ein Zoomtreffen, das nicht länger als 50 Minuten dauert (20:00-20:50).

Die Abende finden in zwei verschiedenen Formaten statt, nämlich einmal „Lectio Divina“ (mehr dazu weiter unten im Text) und alternierend dazu Gesprächsabende, die jeweils unter einem bestimmten Thema stehen.

Sie schrieb die umliegenden Kirchen und Gemeinden über den Verteiler an, gerade weil es spannend ist, wenn Christen so unterschiedlicher Couleur sich zu einem Thema austauschen.
Würden überhaupt, so Lea Herbert, Menschen aus mehreren Kirchen so zusammen treffen, ohne Verpflichtung und sich für 50 Minuten verbinden? Es erwartet sie ein kostbarer Schatz für die Menschen.

Ihre Vision ging auf und so konnte mit den ersten vier Abenden ab Ende April begonnen werden. Darauf folgten aufgrund der guten Resonanz noch zwei weitere Abende im Juni.
Corona-bedingt fanden diese Treffen als Video-Konferenzen statt.

Nun zu den Inhalten und der Strukturen der Abende:

Die Lectio Divina ist eine alte, meditative Form biblische Texte zu lesen. Sie wurde hauptsächlich im klösterlichen Bereich von Mönchen praktiziert. Gegenwärtig hat man sie wiederentdeckt.
Die Abende beginnen mit einer Einführung in die Stille. Danach wird ein, für das jeweilige Treffen vorgesehener Bibeltext einmal komplett vorgelesen, anschließend dann Vers für Vers wiederholt.

Gottes Reden kann direkt auf mich wirken, und ich kann bereits hier nachspüren, wo es eine Resonanz in mir gibt. Wo sind z.B. Worte, Bilder oder Sätze, die mich besonders ansprechen, die meine Seele zum Schwingen bringen.
Mir fällt dabei Maria ein, als sie die Worte des Engels in ihrem Herzen bewegte.

Die (an der Video-Konferenz) Teilnehmenden können während der Meditation die Kamera an ihrem Gerät ausschalten. Danach gibt es einen Austausch, der keine Wertung des Gesagten enthalten noch in eine theologische Diskussion münden soll.
Lea Herbert benutzte dafür ein schönes Bild: “Die Aussagen, die im Austausch gemacht werden, sind wie ein bunter Blumenstrauß, wo Blume für Blume in eine Vase drapiert werden.”.

Bei den Gesprächsabenden geht es um verschiedene Themen: z.B. “Das Evangelium in unseren Lieblingsgeschichten.“

An einem Abend ging es um Lieblingsgeschichten, Lieblingsfilme, Lieblingsbücher. Hierzu wurde z.B. gefragt: “Gibt es heute eine Geschichte die dein Herz berührt?”, “Was ist die gute Botschaft der Geschichte?”, “Welche Sehnsucht vom Reich Gottes spiegelt sie wieder?”, “Was verkörpern die Protagonisten?”
Danach findet jeweils ein Gespräch/Austausch statt.

Jeder Abend wird mit einem Abendsegen beendet, damit die Teilnehmenden als Gesegnete in die Woche gehen.

Die bisherigen Teilnehmer wollen weitermachen, und so sind nun wieder zwei Abende im August geplant.
Wer teilnehmen möchte, kann Lea Herbert anschreiben und sich einen Zoom-Link zuschicken lassen, der auch gern weitergeleitet werden darf.

Hier noch einmal eine Anregung der Autorin: Schaut doch mal in eurem Umfeld, wo es Menschen gibt, die mit der Technik der Video-Konferenz nicht klarkommen oder nicht mit den notwendigen Geräten ausgestattet sind.
Ladet sie ein, damit sie zusammen mit euch gemeinsam an den Abenden teilnehmen.

Und um es mit Lea Herbert auszudrücken, es ist eine Oase für alle, die es schwer haben.

Und was die Autorin selbst betrifft: sie wird es auf jeden Fall möglich machen, an mindestens einem Abend dabei zu sein. Das Gespräch mit Lea Herbert hat in ihr Begeisterung ausgelöst.

(Claudia Riff)